Donnerstag, 26. Juni 2014

Kaltes klares Wasser und 'ne alte verfallene Villa

Nach den ganzen Städten tut ein bisschen Erholung wohl gut, also machen wir uns mit dem Bus auf Richtung Plitvice, um den Nationalpark zu sehen.
Hier ist allerdings eher Camping "light" angesagt: Aus unserem sturmerprobten Zelt kann ich bequem über "Free WiFi" meine Mails checken und Bier gibt‘s glücklicherweise zum Schleuderpreis im angeschlossenen Supermärktchen.
Morgens fährt sogar ein Shuttle-Bus zum Nationalpark.
Dort bekommen wir problemlos beide noch den Studententarif - mein Arztausweis bleibt sicher hinter meiner RWTH Blue-Card versteckt.
Im Park selbst dann die erste Begegnung mit anderen Touristen: wir teilen mit einer asiatischen Rentner-Reisegruppe ein Boot. Es spielt sich für die Zeit der Überfahrt ein immergleiches Schauspiel ab: Der Guide der Gruppe macht eine sehr sinnvolle Bemerkung à la „the water is really clear in the National Park“, einer der Asiaten übersetzt und die ganze Gruppe fällt in ein synchrones „Aaaaaaah“ ein. Man fühlt sich wie auf dem Abschlussfeuerwerk der Dorfkirmes.
Wenn man etwas abseits der beliebtesten Wege bleibt, kann man den Touristenmassen aber etwas entgehen.
Und mal abseits aller Häme: der Park ist wirklich wunderschön!



 

Um einen Geocache zu finden, beschließen wir, einen Wanderweg zu nehmen. Von diesem Plan kann uns auch ein abgeklebtes Hinweisschild nicht abhalten.
Nach etwa einer halben Stunde entdecken wir aber schnell den Grund:
 

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Aber das lässt einen Island-erprobten Wanderer ja nicht zaudern. Die Lösung heißt: Schuhe aus und Durchwaten! (Schwimmen ist streng verboten im Nationalpark - Waten war jetzt nicht direkt ausgeschildert....)


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Kurz nach der Mittagshitze kommen wir dann völlig entkräftet an unserem Zielort an: Vila Izvor.

Von Müdigkeit ist plötzlich keine Spur mehr, dafür läuft mir unwillkürlich ein Schauer über den Rücken, der durch die im Wind quietschenden Türen nicht gemindert wird. Einst von sowjetischen Gefangenen errichtet, steht dieses ehemals offensichtlich prunkvolle Gebäude nun leer und verfällt langsam vor sich hin. Von dem völlig mit Grünzeug überwucherten Innenhof aus lässt sich noch erahnen, was für ein unglaubliches Panorama sich dem Besucher einst geboten haben muss. Innen hängen vor den inzwischen zersprungenen Fenstern noch Vorhänge, als wäre noch irgendjemand da, dem sie die Morgensonne aus dem Gesicht halten müssten.





Beim Blick auf überall verstreute leere Flaschen, Reste von halb verfaulten Sofas und abgerissene Möbelteile, kommt mir der Gedanke, dass wohl die Errichtung des Nationalparkes die Seenplatte vor einem ähnlichen Schicksal wie seine Villa bewahrt hat.

Wer selber mal in die Gegend kommt, hier ein paar Informationen, die wir selber auch gern vorher im Internet gelesen hätten:

Obwohl wir die einzigen ohne Auto, Motorrad oder Wohnmobil waren, ist es eigentlich gar nicht so schwer die Plitvicer Seen auf diese Art und Weise zu besuchen. Man nimmt sich einfach den Bus von Zagreb oder auch Zadar aus und kauft sich ein Ticket für Plitvice bzw. Plitviĉka Jezera (kroat. für Plitvicer Seen). Dem Busfahrer muss man dann noch sagen an welchem Ort man rausgeschmissen werden will. Wir waren am Avtokamp Korana, der zwar wie alle kroatische Campingplätze nicht billig ist (168 KN für 2 Leute und 1 Zelt), dafür aber den großen Vorteil hat, dass er einen kostenlosen Shuttle Bus zu den Plitvicer Seen hin und zurück anbietet. Darüber hinaus sind alle Anlagen wirklich in top Zustand.

Bei den Plitvicer Seen selber gibt es zwei verschiedene Eingänge, wobei Eingang 2 wohl zu präferieren ist. In unserem Fall waren anfangs weniger Touristen dort und außerdem kann man von dort eine ausgedehnte und gut markierte Wanderung durch die benachbarten Wälder unternehmen. Dieser führt auch bei der Vila Izvor vorbei und endet schließlich bei Eingang 1, so dass vom Hauptteil des Nationalparks auch nichts verpasst wird.

Hier noch die Position der Vila Izvor und der dazugehörige Geocache.



1 Kommentar:

  1. Was für eine tolle Gegend und was für ein Schatzkästchen...diese Villa...traumhaft!

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