Donnerstag, 3. Juli 2014

Durmitor National Park - Der Berg ruft!

Schon die Fahrt von Sarajevo in den kleinen Ort Žabljak am Rande des Durmitor Nationalparks in Montenegro stellt einen mehr  als würdigen Appetizer dar. Die schmale Straße führt den Reisenden durch die tiefste Schlucht Europas entlang des Tara Flusses stets ganz knapp an jähen Abgründen vorbei. Dabei müssen auch etliche Tunnel passiert werden, die allerdings nicht wie von uns gewohnt zusätzlich betoniert sind, sondern im Grunde genommen einfach nur durchgehende Löcher im Fels sind. Durch den beschwerlichen Weg, der es unserem Bus oft kaum erlaubt schneller als 30 km/h zu fahren, kommen wir erst nach mehreren Stunden in Žabljak auf gut 1.400 m an. Dort kommen wir im „Autocamp Mlinski Potok“ unter, der von einer unheimlich lieben und gastfreundlichen Familie geführt wird. Es ist für sie selbstverständlich jedem Gast erstmal ein Raki Shot und einen Kaffee anzubieten.


Durmitor Nationalpark

Am morgen machen wir uns dann mit unseren Straßen-Sneakern zur Erkundung des Nationalparks auf. Während ich mich mal wieder wie ein kleines Kind freue der geschäftigen Welt unter uns mittels eines 3-stündigen Aufstiegs zu entkommen, können Sophia und ich außerdem unsere kleine Wette auflösen (Ist das weißer Sand oder Schnee?). Es ist tatsächlich Schnee und hinzu kommen wir an einer veritablen Eishöhle an, in der sich wohl über das ganze Jahr hinweg mittelgroße Eiszapfen bilden. Der Campbesitzer, der übrigens selber lange auf Westerland gelebt hat, erzählt uns später, dass es Mitte Juli auch immer noch ein traditionelles Skirennen gibt.

Da es noch relativ früh ist, beschließen wir zum höchsten Berg des Parks, zum Bobotov Kuk (2.522 m), zu wandern. Doch spätestens jetzt entpuppt sich unser laienhaftes Schuhwerk, das schon vorher mehr schlecht als recht getaugt hat, als Dealbreaker. Die letzten paar Hundert Meter des steilen Endaufstiegs sind komplett mit Schnee bedeckt.

Also geht‘s wieder runter zur Hauptattraktion des Nationalparks, den „Schwarzen See“ (Crno Jezero). Ein von schwarzen Fichten umsäumter See, der zwar ganz schön ist, für mich aber nicht mit den felsigen Bergspitzen weiter oben konkurrieren kann.

Nach einer 4-Mann Portion Nudeln lege ich mich dann am frühen Abend ins Zelt, wo ich mein erstes großes Highlight der Reise Revue passieren lasse und mehr als zufrieden einschlafe.




Ich kann nur jedem raten einmal hierher zu kommen, da es viele verschiedene Wanderwege gibt, die allesamt exzellent markiert sind und sich auch in Schwierigkeitsgraden unterscheiden. Und selbst wenn es einen nicht rauf zieht, lohnen schon allein die spektatkulären Blicke auf Schlucht und Berge, während der Hin- und Rückfahrt.

Ein Audiobeitrag folgt hoffentlich bald.

1 Kommentar:

  1. WOW! Will dahin! Ihr beiden, ich genieße es so eure Posts zu lesen.. einfach herrlich! Mein Fernweh wird immer größer. Genießt die Zeit!

    AntwortenLöschen