Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus, als wir sie endlich von nahem begutachten können.
Aber Stop, um nach Turkmenistan einreisen zu können gibt es erstmal einiges zu beachten.
Wer als Tourist einreisen möchte, muss sich einen Guide mieten, der einen ständig begleitet.
Die einzige wirklich annehmbare Alternative bietet da ein Transit-Visum, das bis zu 5 Tage Spiel, Spaß und Überraschung auf eigene Faust verspricht.
Allerdings werden wir hier von der Deutschen Botschaft herbe enttäuscht, Transitvisa werden in Deutschland nämlich seit einiger Zeit nicht mehr ausgestellt. Den Grund weiß so richtig keiner.
Also „bewerben“ wir uns in Teheran für ein solches Visum, nicht so richtig im Glauben, dass das tatsächlich klappen würde.
Aber - wir können das Visum tatsächlich zwei Wochen später abholen, nachdem die Botschaft in Mashhad von einem einwöchigen Urlaub zurück ist.
Klingt absurd?
Es wird noch besser:
Ist Turkmenistan eigentlich Absurdistan? 10 mögliche Argumente.
- Ashgabat ist komplett aus Marmor. Komplett Komplett. Wie ein Friedhof. Und damit da keine fiesen Autos das Stadtbild zerstören, dürfen die ab nächstem Jahr nur noch grau und weiß sein. Marmorfarben eben.
- In Hotels klingelt nachts manchmal das Telefon. Gut, kann man denken, da hat sich wohl jemand verwählt. Aber nein, das sind Prostituierte, die noch Arbeit suchen...
- Aber warum suchen die Prostituierten nicht einfach wie sonst überall auf der Welt auf der Straße nach Freiern? Nun, das ist ganz einfach, nach 23 Uhr darf nämlich niemand mehr auf der Straße sein: Sperrstunde.
- Neben Marmor sind die meisten Gebäude mit imposantem Goldschmuck verziert. Hat hier jemand „Öl“ gesagt? Aber sobald man die Kamera aus der Tasche zieht, erklingt schon von irgendwo eine Trillerpfeife: Fotografieren streng verboten.
- Wirkliche Feinde hat Turkmenistan nicht. Aber einen Armeedienst. Fragt man Soldaten, was sie tun, sagen die: den Präsidenten beschützen. Vor wem? Na, vor uns selbst....
- In der Stadt gibt es eine Menge goldener Statuen von dem alten Präsident - Niyazov. Unter dem neuen ist wohl vieles schon besser geworden. So sind zum Beispiel die Monate nicht mehr nach Mitgliedern der Präsidentenfamilie benannt. (Wobei Leona als Monatsname schon gut wär... Leona, Februar, März, April....)
- Niyazov hat aber noch mehr für das Volk getan, er hat zum Beispiel ein Buch geschrieben, wie man ein guter Turkmene wird: Ruhnama. Und weil das Buch so gut ist, hat es sogar ein eigenes Denkmal.
- Überall in der Stadt wird gebaut. Unter anderem, weil Ashgabat bald die Asia-Olympics hosten soll. Bisher ist aber keine Lockerung der Visa-Vorschriften in Sicht, so dass fraglich bleibt, ob die Sportler wohl überhaupt einreisen dürfen.
- Wer bei 40 Grad Lufttemperatur durch Ashgabat spaziert und eine kleine Erfrischung sucht, wird schnell feststellen, dass es in der ganzen Stadt keine Läden zu geben scheint. Auch das liegt aber ausschließlich am „schönen Stadtbild“: es sind einfach keine Schilder an den Außenfronten erlaubt, wer einen Supermarkt sucht, sollte einfach in ein Wohnhaus gehen und im Erdgeschoss gucken, da findet sich dann oft ein kleiner Shop.
- Last but not least mein persönlicher absurder Favorit: das „inverse Rauchverbot“. Rauchen ist nämlich nur in Gebäuden erlaubt, bloß nicht auf der Straße. Hinterher wird die noch dreckig oder so.

Also das ist bis jetzt mein Lieblingspost :D
AntwortenLöschenObwohl ich allerdings die Bilder dazu etwas gruselig finde. Alles sieht aus wie eine Filmkulisse in irgendeiner Utopie. Oder vielleicht eher Dystopie. Und sind da nur so wenige Menschen unterwegs??
Auch wenn ich selten kommentiere lese ich immer fleißig eure Posts. Ich freu mich, dass ihr so regelmäßig schreibt und Fotos postet :)
Bitte weiter so ;)
Ich wünsche euch weiterhin eine tolle Reise.
Viele Grüße aus Aachen
Daria
Na das freut uns aber ganz außerordentlich, liebe Daria!
AntwortenLöschenDein Eindruck täuscht nicht, in Ashgabat sieht man tatsächlich kaum Leute auf den Straßen.
Gründe es dafür aber zahlreiche:
Erstens haben wir hier gerade Temperaturen von bis zu 45°C, da will keiner wirklich auf der Straße rumlaufen.
Zweitens sind Taxis mega günstig.
Und drittens, der vermutlich wichtigste Grund: Turkmenistan ist ein knallharter Polizeistaat, in dem es gefühlt mehr Polizisten als Zivilisten gibt. Deren unerbittlichen Trillerpfeifenpfiff und bösen Blick haben wir in der kurzen Zeit, die wir da waren, auch des öfteren zu spüren bekommen.
Viele Grüße zurück nach Aachen!!