Dienstag, 16. September 2014

Ein totes Schaf und viele mutige Männer

Bei den World Nomad Games geht es ja auch darum, etwas von der traditionellen Kultur vermittelt zu bekommen.
Am Besten geht das in Kirgistan wohl im Hippodrom, Pferde sind irgendwo ganz oben in der Messlatte Kirgisischer Kultur.
„Kok Boru“ steht auf dem Plan: übersetzt heißt das „blauer Wolf“. Was das wohl mit Pferden zu tun hat?

Das Kirgisische Team ist bisher allen anderen meilenweit überlegen, im ersten Spiel heute spielen sie gegen die Türkei.
Beim Kok Boru spielen zwei Teams à 5 Leute gegeneinander, das Ziel ist einfach: man muss ein totes Schaf aus der Mitte des Spielfeldes in den gegnerischen „Kazan“ schmeißen.
Alles zu Pferd, versteht sich.
Harter Körperkontakt ist offiziell verboten, von hartem Kontakt zwischen Pferd und Mensch bzw. Pferd und Pferd  scheint aber keiner gesprochen zu haben.

Ein Pfiff ertönt, alles galoppiert gleichzeitig auf einen Tierkadaver in der Mitte des Hippodroms zu. Ein türkischer Reiter ist zuerst da, lasst sich wagemutig fast vom Pferd fallen, erwischt ein Bein des Schafes - und verliert es wieder.
Der kirgisische Reiter direkt dahinter nimmt das Tier fast schon mit Leichtigkeit auf (ich kann nur schätzen, was so ein Schaf wiegt aber 20 Kilo sind das mit Sicherheit) und reitet auf den gegnerischen Kazan zu.
Da stehen aber schon die türkischen Reiter in Formation, um den Kazan zu verteidigen.
Dennoch: der Reiter springt beinahe auf den Kazan zu und schmeißt das Schaf hinein.
Die Menge tobt.
So geht es 3x20 Minuten hin und her, die türkischen Reiter geben sichtlich alles und kämpfen bis zum letzten, am Ende haben aber auch sie keine Chance gegen das überlegen kirgisische Team.

Kok Boru entstand übrigens dem Moderator des Spiels nach schon vor über 4000 Jahren. Ursprünglich haben die Reiter eines Dorfes versucht, so die Wölfe von ihrer Herde fernhalten zu können. Daher auch der Name. Wenn dann mal keine Wölfe da waren, haben sie eben ein Schaf geschlachtet - um in Übung zu bleiben.

Während all dem spielen Nils und Denis Toguz Korgool, um die deutsche Ehre zu retten.
Zunächst nur mäßig von Erfolg gekrönt, später schaffen es aber beide, eine Partie für sich zu entscheiden (gut, Denis Gegner ist auch nur etwa halb so alt wie er und der von Nils hat offensichtlich wegen zitternder Knie vor dem harten Gegner das Weite gesucht).
Ein brillianter 7. Platz springt für Deutschland am Ende heraus.
Daneben ist Nils nach unzähligen Interviews nun Star im Kirgisischen Fernsehen.

Liebe Deutsche Botschaft: das amerikanische Team ist von ihrer ja zum Essen eingeladen worden....vielleicht springt für uns ja auch noch was raus??

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