Obwohl das Ungetüm nur ca. 20 Minuten Fahrzeit in Anspruch nimmt, habe ich meine Ration Todesangst für diesen Urlaub jetzt definitiv ausgekostet.
Ohne jegliche Beleuchtung saugt uns der Tunnel in sich ein - wäre ja halb so wild, hätte denn das entgegen kommende Auto Licht. Gäbe es begrenzte Fahrbahnen. Läge nicht ständig Schutt auf der Straße. Würde nicht plötzlich aus dem Nichts an der Seite ein Bagger, ein Arbeiter oder irgendetwas ähnliches auftauchen.
Nun gut, in Dushanbe angekommen, finden wir nach langem Suchen tatsächlich ein offenes Hostel (das „Yeti Hostel“, wo man dreimal klopfen und Yeti-Geräusche machen muss, um eingelassen zu werden) und leckeres Essen.
Kurotob heißt das typisch tadschikische Gericht, das es an jeder Ecke (und vor allem direkt neben unserem Hostel) gibt und das - aufpassen Überraschung: tatsächlich vegetarisch ist!

Erfreulicherweise gibt es direkt am Kurotob-Platz auch eine Bar, wo man Bier für 2 Soumoni, also einen Drittel Euro bekommen kann.
Wir freunden uns auch direkt mit der lokalen Bar-Bevölkerung an und können uns vor verlockenden Angeboten kaum retten.... („morgen gebe ich dir 16 Videokassetten über Tadschikistan! Davon kannst du einen Film machen, nur 20% vom Profit musst du mir dann schicken“.... nach langen Diskussionen über Ost- und Westdeutschland spare ich mir dann die Info, dass wir inzwischen in Ganz-Deutschland keine Videokassetten mehr gucken.
Im Hostel finden wir jedenfalls auch ein paar Mitfahrer für den beschwerlichen Weg nach Khorog, quasi der Gateway zu den Pamir Mountains.
15 Stunden nimmt der Weg mit öffentlichen Verkehrsmitteln ein, da macht es ja Sinn, den Weg auf zwei Tage aufzuteilen.
Früh geht es los, durch 10 Polizeikontrollen, die unser Fahrer „Max“ gar nicht so nervig findet wie wir - „Die wollen nur guten Tag sagen“, erklärt er. Das funktioniert so: man nimmt einen 1-Soumoni-Schein in die Hand (Gegenwert ca. 15 Cent), steigt aus, grüßt die Polizei freundlich, schüttelt die Hand und darf weiter fahren.
Nun mögen 15 Cent nicht viel erscheinen aber wenn wir alleine auf dem kurzen Weg aus der Stadt heraus schon 10 mal angehalten werden, kann man sich schon vorstellen, was für eine Summe die Herren in Uniform da am Ende des Tages gesammelt haben.

Einmal aus der Stadt heraus ist der Weg jedenfalls traumhaft.
Schnell sind wir an der afghanischen Grenze angekommen und fahren am Grenzfluß entlang - auf der anderen Seite Afghanen auf Motorrädern, die von Dorf zu Dorf fahren.
Wir übernachten in Kalai-Khum. Ein kleines Städtchen, romantisch am Fluß gelegen.
Ausgeruht und frisch gestärkt machen uns am nächsten Tag auch die letzten paar Stunden Autofahrt nichts mehr aus. Die Aussicht wird ohnehin mit jedem zurückgelegten Kilometer noch schöner.

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