Donnerstag, 2. Oktober 2014

Welcome to Tajikistan - Penjikent

Der Weg von Khojand, wo wir die Nacht verbracht haben, nach Penjikent - obwohl eigentlich nur 150 Kilometer - nimmt 5 Stunden in Anspruch, „Straße“ wäre ein Euphemismus für den Untergrund, auf dem wir uns über Bergstraßen durch kleine Dörfchen bewegen.

Angekommen wirkt alles staubig und ein bisschen heruntergekommen.
Kulinarisch erwarten wir angesichts eines Schawarma-Standes, der das Logo eines bekannten amerikanischen Fast-Food-Konzerns kurzerhand „tajikisiert“ hat, zunächt nicht viel.
Ein bisschen außerhalb des Stadtzentrums erwartet uns dann aber wider Erwarten eine echte Oase: ein Restaurant an einem Fluß, mit gemütlichen „Tapchans“, lokalem Bier und einer Salatauswahl, die unsere Schaschlik-gewohnten Gaumen mit neuen Geschmäckern verwöhnt.

Der Markt ist bunt und unglaublich freundlich - besonders die Damen an ihren Verkaufsständen freuen sich über diese blonde Kuriosität, die doch tatsächlich ein Foto von ihnen machen will! Eine Frau informiert Denis in fließendem Deutsch über die Vorzüge von tajikischem Wodka und schenkt ebensolchen in Wassergläsern an Einheimische aus.
Trotz ähnlicher Landessprache haben wir bisher kaum Parallelen zum Iran entdecken können.

Ein Taxi Richtung Artush organisiert uns unser Kellner - er vergisst aber wohl, uns zu verraten, dass er uns das „Shopping-Mobil“ gebucht hat: bei jedem noch so kleinen Stand am Straßenrand wird angehalten, probiert, diskutiert, eingekauft. Und zwar säckeweise.
Tomaten, Trauben, Brot.
Ehe ich mich versehe, habe ich eine große Rebe köstlicher Trauben von der Verkäuferin in die Hand gedrückt bekommen - „probier mal, Debuschka“!
Auf dem Weg verstehen wir auch das tajikische Post-System etwas besser:
der Busfahrer hupt im Dorf einmal kräftig, jemand kommt aus einem Haus gerannt und schmeißt einen Sack in den Bus, im nächsten Dorf wird wieder gehupt und irgendjemand anders holt den Sack ab. Blitzschnell und effektiv.
Meine dreckige Wäsche schmeiße ich demnächst auch einfach in den RB33 und schicke Mama zum Bahnsteig. Mal sehen, was passiert...

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