Ich als Ex-Austauschstudentin fühle mich auch sofort wieder heimisch und so entdecken wir meine Istanbul-Top-10 nun gemeinsam:
1. Zukunft lesen aus türkischem Kaffeesatz
Türkischen Kaffee kann man in drei Süßigkeits-Stufen bekommen: sade (ohne Zucker), orta (mittelsüß) und şekerli (süß).
Für den europäischen Standard-Kaffeetrinker empfiehlt sich meist der Griff zu „orta“.
Der Kaffee wird bis zum Ende getrunken, dann heißt es: Zähne zusammenbeißen, damit die Schlammlawine nicht in den Rachen fließt.
Dann Untertasse auf die Tasse, umdrehen und warten, bis die Tasse kalt ist.
Dann geht der Spaß los:

Unsere Ergebnisse:
Denis ist ein weit gereister Wanderer, der eine Frau vor der Katze (Unglück) beschützen muss.
Kati ist die starke Frau (Drache und Stier!) hinter einem großen Mann, die Kraft gibt und außerdem noch Kardiologin wird.
Und ich tanze den Männern auf dem Kopf rum und hatte ganz offensichtlich ein Stück Enddarm im Kaffeesatz. Also ist Allgemeinchirurgie wohl auch das richtige für mich.
Ach übrigens: Zum Mitnehmen gibt‘s den Kaffee frisch gemahlen bei „Kurukahveci Mehmet Efendi“ gleich hinter dem Gewürzbasar.
2. Mitten in der Nacht einkaufen
Ja, das geht.
Armut zum Beispiel kann man bei Taksim auch um 2 Uhr nachts noch kaufen.
Schmeckt süß, so ne Armut

3. Istanbul von oben bewundern
Klar, auch das geht für viel Geld vom Galata-Turm aus.
Mindestens genauso gut und kostenlos ist die Aussicht aber von der Süleyman-Moschee aus.
Okay, der Aufstieg ist etwas beschwerlicher als der Aufzug im Galata-Turm, dafür darf man sich oben dann mit einem Teller Kuru Fasulye belohnen.
Und wem das noch nicht genug ist: Die Cihangir Moschee hat auch einen wundervollen Garten, in dem man sitzen und auf die Stadt hinunterschauen kann.
4. Tee trinken
Immer und überall.
Kostenpunkt zwischen 1 und 2,5 Lira, umgerechnet in Erholungspunkten unbezahlbar.
5. Essen - und zwar alles
Cig Köfte, Tavuk Döner, Lahmacun, Kuru Fasulye, Gözleme, Adana Kebab, Simit, Islak Burger, Baklava, ... ja - und Ayran zählt ja eigentlich auch dazu.
Das einzig unverständliche ist, was alle diese Menschen trotzdem bei McDonald‘s und Burger King machen.
6. Ausspannen in einer Moschee
Moscheen sind - auch wenn das auf den ersten Blick nicht so scheinen mag - sehr einladende Gebäude. Zumindest wenn man sich eine kleinere und weniger touristische aussucht...auch wenn das auch ein Versehen gewesen sein mag.
Jedenfalls kann man sich auf den Boden setzen und wunderbar das bunte Treiben beobachten: spielende Kinder, Väter, die ihren Mädchen das Wesen der Moschee erklären und Männer, die ein kurzes Mittagsschläfchen in der Ecke halten.
7. Geld für Bosporus-Rundfahrt sparen, Fähre nehmen
Auch wenn man sicher ca. das fünfzehnfache für eine Fahrt über den Bosporus ausgeben kann: Am Schönsten ist es immernoch einfach auf der Fähre.
Alles kommt ganz plötzlich zur Ruhe - so eine Art verordnete Zwangspause. Wohin sollte man auch hetzen, ringsherum ist ja einfach nur noch Wasser. Dann doch lieber die Seele baumeln lassen und wiederholt Punkt 4 anwenden.
Es kommt sicherlich auch noch eine Musikgruppe vorbei und sorgt für musikalische Untermalung. Und wenn man Glück hat, spielt die vielleicht sogar ganz gut.
8. Den Pudding-Shop besuchen und auf den Spuren der Vor-Reisenden wandeln
Inzwischen eines der üblichen Touristen-Restaurants an Sultanahmed war der Pudding-Shop vor etwa 40 Jahren der Treffpunkt für alle Reisenden auf dem Weg nach Indien oder sonst wohin.
Das alte schwarze Brett gibt es immernoch - hier findet man heute erstaunlich neue Mitteilungen - seien es Erinnerungen an damals oder Gesuche nach ehemaligen Mitreisenden.

9. Den Sonnenuntergang genießen und Kitsch einfach Kitsch sein lassen
Geht auch wieder von praktisch überall. Am Schönsten aber selbstverständlich in der Nähe des Bosporus.
Die Türken haben immerhin ein eigenes Wort, dass die Sehnsucht nach dem Bosporus beschreibt: „Hüzün“.
Dazu aus der Ferne der erste Muezzin, der zum Gebet ruft und ganz aus der Nähe, der nächste und übernächste, die in den Kanon einfallen.
10. Türkisch lernen - zumindest ein bisschen
Los geht es mit was Einfachem: Dankeschön.
Das heißt Teşekkürler. Oder noch viel höflicher: Çok teşekkür ederim.
Alles klar?
Eine kleine Eselsbrücke bietet die Broschüre „City Spy Istanbul“: Chock tea sugar and a dream.
Wem‘s hilft, der kann sich vielleicht so auch das Wort für Prost merken: Sherif-eh!

Wunderbar!
AntwortenLöschenAber.... 40 Jahre soll das her sein?
Sagen wir 38 ;)