Montag, 14. Juli 2014

Kappadokien - Einmal bis zum Mond

Die Reiseroute führt von Istanbul per Nachtbus direkt nach Göreme weiter. Göreme ist ein kleines Städtchen im Herzen der Türkei, welches hauptsächlich Touristen als Basis für ihre Kappadokien-Touren dient. Kappadokien ist eine Region in Zentralanatolien, die für ihre so genannte Mondlandschaft bekannt ist. Durch mehrere Vulkanausbrüche entstand eine Tuffstein-dominierte Landschaft, in der sich durch verschieden starke Erosionsvorgänge bizarre Gesteinsformen gebildet haben, die von Menschen als Höhlenunterkünfte genutzt wurden und zum Teil immernoch werden.
Kappadokien_Denis
Um dem Touristenrummel in Göreme zu entkommen, entscheiden wir uns für Kaya Camping, welches zwar etwas außerhalb liegt, dafür aber mit einer wunderbaren Ausssicht und sogar Pool (!) aufwartet. Abends machen wir uns zum „Sunset Viewpoint“ auf und dürfen zum ersten Mal die Magie von Kappadokien spüren. Mit frischem Çay setzen wir uns wie im Kino auf Sitzkissen, die dort extra verteilt werden, und beobachten wie die Sonne langsam untergeht und das Panorama um uns herum immer rötlicher wird. Getoppt wird das Ganze aber noch am nächsten Morgen, als wir extra um 5 Uhr morgens aufstehen, um den ca. hundert Ballons zuzusehen, die sich wie jeden Morgen (!) in die Lüfte erheben. Zusammen mit dem Kappadokien-Hintergrund, der aufgehenden Sonne und frisch gemachten türkischen Kaffee vom Campingkocher - dat isset! Nach einem ausgedehnten Frühstück starten wir eine lange Wanderung, die uns durch das Red, Rose und Love Valley führt. Die Valleys unterscheiden sich untereinander teils sehr stark, sind aber alle gut für‘s Wandern markiert. Red und Rose Valley featuren nicht nur die berühmten menschgemachten Höhlen samt Taubenschlägen, sondern auch interessante in Stein gehauene Kirchen inkl. Malereien aus dem 9. - 11. Jahrhundert, die überall verstreut sind. Das wohl berühmteste Valley, das „Love Valley“, sorgt aufgrund der meterhohen Phallus-Symbole regelmäßig für Kicher-Orgien, sowie die obligatorischen pubertären Witze. (Kati: „Die stehen aber alle ganz ordentlich in Reih und Glied"). Zum Abschluss eines sehr langen Tages (ca. 12h sind wir unterwegs) gehen wir noch rauf auf‘s Uchisar Castle für einen letzten spektakulären Ausblick.
Wir hätten sicherlich noch 2,3 weitere Tage in Kappadokien verbringen können und uns beispielsweise noch die riesige unterirdische Stadt Derinkuyu angucken können. Aber auch so hat uns die Region schon reichlich bezaubert, so dass eine Rückkehr wahrscheinlich ist. Dass wir die Touristenströme von Göreme während unseres Aufenthalts eigentlich nur bei An- und Abreise gesehen haben, hat sicherlich auch dazu beigetragen. Scheinbar machen es sich die meistens doch eher in Ballon und Tourbus bequem, statt selber einmal durch die Valleys zu wandern. Meiner Meinung nach, kann man aber nur so Kappadokien in seinem ganzen Ausmaße genießen.

2 Kommentare:

  1. Hahaha göttlich! Hört sich toll an :)
    Wie reist ir eigentlich die ganze Zeit umher? Man sieht ja die Bilanz an der Seite, aber erzählt doch mal von euren Erfahrungen von den Fahrten!
    Liebe Grüße aus Passau. Die Augenringe hängen mir klausurbedingt bis zum Bauchnabel. Wäh!
    Tosca

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  2. Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

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