Donnerstag, 24. Juli 2014

Die ersten Tage im "Gottesstaat"

Da sitzen wir nun in Teheran...eine Stadt, die zwar im Winter die einzigartige Möglichkeit bietet mit der Metro zum Skilift zu fahren, im Sommer aber eher durch Smog, Lärm und Stress auffällt. Zu unserem Unglück müssen wir wegen des langen Wochenendes (Donnerstag bis Samstag) auch noch ein paar Tage in der Stadt ausharren, da wir die Visa für Usbekistan und Turkmenistan beantragen müssen. Temperaturen um die 35°C gekoppelt mit schlechter Luft laden nicht gerade dazu ein.

Aber nun gut, schließlich ist der Iran ein komplett neues Land für Sophia und mich und es gibt auch ohne viel rumzufahren viel zu entdecken. Zum Beispiel dass Frauen zwar im innerstädtischen ÖPNV abgetrennt sitzen müssen, das aber eher von Vorteil ist, da sie dort erstens viel mehr Platz haben und zweitens dadurch eher geschützt als verstoßen sitzen. Oder auch, dass iranische Banken traumhafte Zinsraten von bis zu 22 % anbieten. Bei einer Inflationsrate von locker über 24 % führt das am Ende aber leider doch zu einem Nettoverlust.

Viel interessanter sind aber vielleicht die iranischen Menschen, deren Gastfreundschaft wir direkt am ersten Tag mit voller Wucht erleben dürfen.
Wir schlendern am Abend durch die Stadt als uns plötzlich wie aus dem Nichts ein Mann entgegenkommt, der uns einen kleinen Eimer in die Hand drücken will. Etwas perplex checken wir die ersten Minuten gar nichts - gar nichts.
Glücklicherweise hilft uns ein weiterer Passant in Englisch aus und sagt, dass der Herr uns ein Geschenk machen will. Im Eimer sei Ash, eine dickflüssige iranische Suppenspezialität. Alle versuchen es abzulehnen (Ta‘arof: im Iran muss man alle Angebote zuerst mindestens zweimal ablehnen, erst frühenstens beim dritten Mal kann man annehmen) scheitern und wir nehmen den Eimer dankend an. Da fällt dem Herrn auf einmal ein, dass wir ja gar keine Löffel haben. Er stapft sofort los, holt uns aus irgendeinem Laden zwei Plastiklöffel, grinst noch einmal, winkt und geht dann auch seines Weges weiter...Sophia und ich standen mit unseren offen Mündern und Plastiklöffel in der Hand wahrscheinlich wie die größten Deppen da.
Die Suppe auf Joghurt-Basis war nebenbei ganz köstlich.

Als wir unser Usbekistan Visum dann aber im Reisepass haben und das turkmenische zumindest beantragt ist, heißt es für uns schleunigst raus aus dieser 16 Mio. Stadt.

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Die meisten Infos bzgl. der Visabeantragung haben wir uns von Blogs zusammengesucht. Dabei seit auf das formidable Portal www.caravanistan.com verwiesen, welches Infos und Erfahrungsberichte von verschiedenen Botschaften rund umdie Seidenstraße bereit hält. Des Weiteren halfen uns die beiden Radfahrer von www.tastingtravels.com sehr weiter.
Da Google das usbekische KONSULAT (für Visumsangelegenheiten NICHT zur Botschaft gehen) nicht zu kennen scheint., hier die GPS Koordinaten: N35° 48.256 E051° 28.526

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