Bisher waren die Fahrten mit Überlandbussen und -zügen eher unspektakulär, von der Fahrt von Teheran nach Yazd, liebe Tosca, können wir aber tatsächlich auch mal was erzählen.
Mit uns teilt eine Kompanie Soldaten auf dem Weg zurück in ihre Kaserne den Zug und das Abteil.
So zieht sich dann auch eine gewisse Klassenfahrt-Atmosphäre durch die Fahrt (die Bürschchen sind ja auch erst um die 20): sobald bekannt geworden ist, dass Ausländer im Zug sind, stehen dauerhaft junge Männer in Uniform vor unserer Abteiltür, um „unauffällig“ einen Blick auf die Ausländer erhaschen zu können.
Um das ganze noch gemütlicher zu gestalten, kommt dann auch der Zugbegleiter rum und bringt jedem ein Snackpack mit iranischer Capri-Sonne und Keksen.
Zunächst verhalten sich unsere neuen Nachbarn noch sehr distanziert, je weiter die Fahrt voran schreitet, desto redseliger werden sie aber.
Leider können wir kein Wort verstehen.
Nun, unsere Gespräche beschränken sich dann eben mehr auf einfache Themen: ein Soldat zeigt auf sich: Pitbull und dann auf mich: Jennifer (Lopez). Okay, das verstehe ich.
Wir lernen auch, dass Uniformen mit blauen Streifen besser sind als Uniformen mit roten Streifen - das wird mit eindrücklichen Bizeps-Demonstrationen untermalt.
Später werden Familienfotos rumgezeigt und ich finde glücklicherweise auch noch ein paar auf meinem Handy. Liebe Franzie, dein Foto vom Theaterball kommt ganz hervorragend an. Da entweicht einem unserer neuen uniformierten Freunde doch tatsächlich das englische Wort „Angel“.
Auch alte Fotos meiner Eltern kommen gut an, Papas Bart wird mit einem anerkennenden Kopfnicken versehen.
Aber auch die schönste Klassenfahrt muss mal zu Ende gehen, kurz vor Yazd steigt die Kompanie aus und wir genießen ein paar Minuten Ruhe im Zugabteil.
Samstag, 26. Juli 2014
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Zu cool die Jungs....und Denis im 7. Himmel ;)
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