Isfahan ist wohl die touristischste Stadt auf unserer Strecke - angeblich jedenfalls.
Freitags vormittags allerdings ist die Stadt menschenleer.
Kein Mensch in der Freitagsmoschee, wir können sogar rein ohne die üblichen 4 Euro zu zahlen (die zahlt man für fast alles: für‘s gigantische Persepolis wie für jede Mini-Moschee).
Drinnen steht alles bereit zum Gebet - Teppiche liegen aufgerollt in Reih und Glied oder in ordentliche Quadrate gefaltet auf dem Boden. Nur keine Betenden.
Kurz danach wird uns schlagartig klar, warum:
Auf der Hauptstraße kommt uns ein Tross Menschen entgegen, die mit Flaggen und Bannern gegen Israel und die USA protestieren.
Wir schaffen es sogar endlich, ein Foto von einer Frau im Chador zu schießen - armiert mit einem Plakat mit palästinensischem Jungen in israelischem Fleischwolf, scheint das die Dame plötzlich recht wenig zu stören.
Allgemein hat die Atmosphäre auf der Straße eher was vom Sonntagsausflug: Ganze Familien fahren gemeinsam auf einem Motorrad zur Demo, die Stimmung ist eher ausgelassen als aufgeheizt.
In sicherer Entfernung staunen wir dann im Fernsehen über den zweitgrößten Platz der Welt, der komplett voll mit Menschen ist.
Als wir uns wieder auf die Straße trauen, ist davon nichts mehr zu sehen: die Stadt ist wieder wie leergefegt. Alle Geschäfte haben zu und auf dem Platz ist kein Mensch mehr.
Dafür füllen sich bei Anbruch der Dunkelheit die Parks: alles strömt zum gemeinsamen Picknick / Fastenbrechen. Die Iraner sind sowieso heimliche Weltmeister im Picknicken.
Man geht nicht einfach mit einer Parkdecke wie bei uns, nein: mindestens ein Wohnzimmerteppich muss mit. Dazu Gaskocher, Pfannen, Töpfe, Tee, Geschirr.... ein richtiges Festmahl eben.
Und auch was die Location angeht ist man durchaus einfallsreich: selbst der Grünstreifen, der 2 Fahrbahnen voneinander trennt, kann da mal zum picknicken herhalten..
Ein paar jüngere Leute halten sich da aber raus: der Kentucky Fried Chicken - Laden ist zum Bersten voll. Ob das wohl die gleichen sind, die mittags noch „Down with Israel, Down with USA“ skandiert haben?
Zu den Top Sights in Isfahan zählt neben dem Meidan-e-Imam auch die ... Moschee, sowie die armenische Vank-Kathedrale.
Die Kathedrale zeigt beeindruckende Abbildungen von Himmel, Hölle und allem, was dazwischen so passiert ist (Verwandlung von König in Schwein zum Beispiel).
Von der Moschee „Masdsched-e-Imam“ können wir leider weniger berichten, weil zum Zeitpunkt unseres Besuches eine Art Festzelt den gesamten Innenhof einnimmt und jeglich schönen Blick auf die Fassade verhindert.
Sonntag, 3. August 2014
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