Montag, 4. August 2014

Kermanschah - Steine kloppen

Die Route führt weiter Richtung Nordwesten nach Kermanshah. Nachdem wir sehr früh morgens ankommen und alle Angestellten in den Hotels bzw. Gasthäusern am pennen sind, setzen wir uns erstmal auf  die fetteste Kreuzung der Stadt und trinken Chai mit den älteren Herren der Stadt, die noch von der Nacht übrig geblieben sind.
In der Stadt selber gibt es relativ wenig zu tun bis auf die Reliefs von Taq-e Bostan, welche aus dem 4.Jahrhundert n.Chr. Leider ziehen sie uns in diesem Moment nicht so sehr in den Bann wie der Berg, in den sie gehauen sind. Also beklettern wir ihn, um die Aussicht zu genießen. Zu unserem Leidwesen werden wir sehr schnell von einem iranischen Soldaten wieder runter geholt. Irgendwie ein unbefriedigender Ort...

Zum Glück gibt es 20 km weiter den Ort Bisotun, wo weitere Reliefs auf uns warten. Zwar sind dort mehrere, dennoch überwiegt ein Relief in seiner Bedeutung. Die Behistun-Inschrift aus dem 5. Jahrhundert v.Chr. war der Schlüssel um die altpersische, elamitische und babylonische Schrift zu entziffern. Kein schlechtes 3-in-1 Paket! Leider wurde inzwischen ein Gerüst genau vor die Inschrift gestellt, um dasselbige zu schützen. Und da wir kein starkes Zoomobjektiv mit haben, müsst ihr wohl notgedrungen selber bis ins letzte Pixel zoomen, wenn ihr etwas von der Inschrift erhaschen wollt.

In Kermanshah freuen wir uns auch richtig auf das Ende des Ramadans und wir fragen eifrig Leute, wo denn genau die Party los geht. Mit Unverständnis schütteln sie den Kopf und sagen, dass der Ramadan irgendwie doch noch 1,2 Tage länger geht als wir dachten. Naja, dann halt wieder verstecken spielen... Zusammen mit unserem temporären Travel-Buddy Mike aus Neuseeland (welches die Iraner entweder mit Holland wegen Zeeland verbinden oder selbstbewusst mit Australien gleich setzen) werden wir auf der Suche nach Futter von ein paar netten Moscheeherumlungerer abgefangen. Übereifrig wollen sie uns alles erklären, sprechen aber leider nur Farsi. Egal, denn... je lauter und je öfter man einen Satz in Farsi wiederholt, desto mehr verstehen wir Touristen das ja - das ist ja klar! Also halten wir mutig (wie Mike im Bild) unsere Ohren hin und wenn es uns reicht, wiederholen wir den Satz in Farsi einfach und alle sind glücklich.

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