Sonntag, 31. August 2014

Kolsai Lakes - Die Suche nach Kühle

Ungefähr seit 1,5 Monaten haben wir durchgehend Temperaturen über 35°C, mindestens die Hälfte der Zeit sogar über 40°C mit der Rekordtemperatur von 47°C in Ashgabat. Wir denken uns: um dem Dauerschwitzen zu entgehen, müssen wir wohl entweder zurück nach Aachen (man hört ja von ganz abscheulichem Sommerwetter) oder rauf in die Berge. Da wir das Reisen immer noch sehr genießen, entscheiden wir uns selbstverständlich für letzteres und statten den Kolsai Lakes einen Besuch ab.
In dem Nationalpark gibt es insgesamt 3 Seen auf 1800 m, 2250 m und 2700 m über Meeresspiegel. Mit einer Kombination aus Marshrutka, Trampen und Laufen erreichen wir den ersten See am späten Nachmittag.

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Aber selbst auf 1800 m ist es immer noch erstaunlich warm und so geht es weiter hinauf zum zweiten See. Der wenig frequentierte Wanderweg führt uns zuerst entlang des ersten Sees, um dann in einen Wald zu führen. Ein Gewitter mit leichtem Regen kann Sophia nicht aufhalten Unmengen and Himbeeren auf dem Weg zu sammeln, während ich nervös bemerke, wie Blitz und Donner immer kürzer aufeinander folgen. Trotzdem...der Becher muss erst einmal voll werden!
Schließlich können wir dem Wald aber sicher entfliehen, um einen perfekten Platz für unser Zelt zu finden und von einer großen Gruppe Kasachen und Kirgisen empfangen zu werden. Alle Versuche unsere Kochutensilien herauszukramen werden sofort von Elias, sozusagen der Kopf der Truppe, zunichte gemacht. Stattdessen dürfen wir unsere hungrigen Mägen mit frisch gekochtem Plov vollstopfen. Im Endeffekt eh besser als unsere Zutaten, die aus Nudeln und Ketchup bestehen. Danach werden noch ein paar Runden Pantomime auf Russisch gespielt. Dann, endlich, legen wir uns in unser Zelt und dürfen nochmal diese wohlige Kühle erleben, die sogar so groß ist, dass der Schlafsack samt Kapuze komplett zugezogen werden muss.
Am nächsten Morgen finden wir die Kühle, die sogar unseren ersten Frost der Reise auf die Pflanzen gezaubert hat, gar nicht mehr so toll.
Zum Glück ist Elias zur Stelle: „Packt euer Müsli weg, jetzt wird erstmal Borschtsch gegessen!“ Und was für eins, perfekt um den Körper wieder auf Betriebstemperatur zu bringen!
Während die Truppe sich von uns verabschiedet, suchen wir noch den dritten See auf. Suchen ist gut, denn zunächst finden wir den kleinen Fußpfad nicht. So müssen wir für einige Zeit steile, moosbehangene Hänge hinaufkraxeln, wobei jeder geschaffte Meter ziemlich genau einem Höhenmeter entspricht.

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Oben am See angekommen denke ich mir, dass es wohl nochmal Zeit wäre, denn harten Mann zu markieren und in den See zu springen. Das Wasser ist so kalt, dass sogar das Füße Reinbaummeln kaum länger als 10 Sekunden zu schaffen ist. Egal, schließlich geht es ja um die Ehre und so... Nun ja, dass ich, nachdem ich ins Wasser gesprungen bin, so gekreischt habe wie es wohl kaum eine Frau auf dieser Erde zu tun vermag, war dem ursprünglichen Vorhaben im Nachhinein wohl eher ab- als zuträglich.

Auf dem Rückweg bietet sich uns von oben ein wunderbares Panorama vom zweiten See.

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Die Belohnung für all die Wandermüh‘ kommt von unserer wunderbaren Freundin Hannah, die uns in Aachen kurz vor Abreise noch mit einem Schmankerl versorgt hat. Gin Tonic in den kasachischen Bergen - einen besseren Abschluss für diesen schönen Ausflug kann es gar nicht geben. Danke, Hannah!

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2 Kommentare:

  1. Ooooooh <3 Ihr Lieben! Ihr glaubt nicht, wie ich mich gerade freue :)
    Fange an, den Post zu lesen, denke - Canada-like, da muss ich hin! Lese weiter und freue mich noch mehr. Danke, und gerne! Wunderbare Bilder, so schön outdoor/bergig/campig (ist das ein Wort?), genau nach meinem Geschmack. Die Menschen sehen zauberhaft aus.
    Das Vergnügen eines kalten Bades hatte ich auch letztens in einem eisigen Fluss in den Höhen Norwegens, als ich alleine von Hütte zu Hütte gewandert bin. Alles in mir schrie nein, aber das Bad musste sein.. Brauchte auch mal ein bisschen Abenteuer, beim Ganzen Abenteurer-Bloglesen wird mein Fernweh sonst nur noch größer. Aber ich freu mich über jeden Post!
    Macht's gut und auf viele weitere Abenteuer :)

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    1. Damit ist's beschlossen: Das nächste Mal wandern wir zusammen! Sophia war von deinen Facebook Fotos schon hin und weg.

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