Dienstag, 19. August 2014

Zwischen Sandburgen und Medressen

Sandburgen bauen. Das haben nicht nur wir als kleine Kiddies gemacht, sondern auch die Herrscher des alten Choresmien (treue und aufmerksame Leser werden sich an den Post von Konye-Ürgench in Turkmenistan erinnern). Der kleine, aber feine Unterschied liegt aber in dem Maßstab. Während wir höchstens unsere Playmobil-Männchen in den Burgen kämpfen lassen konnten, haben die Choresmier richtige Schlachten von diesen Burgen aus geführt.
Toprak Qala
Auf unserem Weg von Khiva nach Bukhara haben wir die Chance einige dieser komplett aus Sand gebauten Festungen besuchen, von denen es in der Wüste um Ürgench an die 20 gibt (diesmal das neue Ürgench in Usbekistan gemeint). Die eindrucksvollste war dabei wohl Ayaz-Qala, das 3 Burgen vereint, die wohl zwischen dem 4. Jahrhunder v.Chr. und dem 7. Jahrhundert n.Chr. erbaut wurden. Ich schätze, Sand lässt sich nicht so genau datieren. Mittlerweile gehört der Komplex leider zu den 100 weltweit gefährdetsten Monumenten laut dem World Monuments Fund. Zu sehen gibt es eigentlich nicht viel und doch regt dieser Ort im Nirgendwo die Fantasie an. Wie wohl die Schlachten damals gefochten worden sind, so ganz ohne Drohnen und Abhörtechniken?

Bukhara ist zwar genauso touristisch wie Khiva, dafür erstreckt es sich aber wenigstens über eine etwas größere Fläche. Wie in Khiva dominieren auch hier die zahlreichen Medressen, die nicht mit Mätressen zu verwechseln sind! Stattdessen wird in einer Medresse Islamwissenschaften gelehrt.
Daneben ist Bukhara eine Stadt des Wassers. Überall sind kleine Kanäle und Brunnen zu finden. Das sorgte damals für einen wunderbaren Ort zur Pestverbreitung. Heutzutage geht es zum Glück ein wenig hygienischer zu, obwohl der überwiegende Teil unseres Hostels auch mit Magenproblemen kämpft. Ungünstig, denn der Großteil besteht aus Radfahrern, die aus Frankreich, Deutschland und Schweden mit dem Fahrrad in Richtung Australien, Thailand und China unterwegs ist. Da fühlen wir uns schon glatt als Luxusreisende mit unseren platt gesessen Bus-Hintern.

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